HERKUNFT DES NAMENS

Der Name der Insel Korsika oder französisch Corse geht wohl auf den phönizischen Begriff Korsai zurück, was in etwa „mit Wäldern bedeckt“ bedeutet. Die griechische Bezeichnung für die Insel lautete Kyrnos.

DAS KORSISCHE WAPPEN

Das korsische Wappen zeigt einen schwarzen Männerkopf mit krausem Haar und weißem Stirnband. Dieses Wappen ist eigentlich ein Freiheitssymbol der Korsen, allerdings ist nicht sicher, wer dargestellt ist. Selbst Experten schwanken zwischen Mohr und Maure. Es gibt zahlreiche Legenden um die Entstehung und Bedeutung des Symbols. Einer Legende nach entführte im 13. Jahrhundert ein maurischer Herrscher eine junge Korsin nach Spanien. Deren korsischer Verlobter reiste hinterher, um sie zu befreien, woraufhin der Maure einen seiner tapfersten Getreuen gegen ihn in den Kampf schickte. Der Korse schlug jedoch dem Mauren den Kopf ab und hielt diesen hoch als Zeichen des Triumphs.

MUSIK

Paghjella ist der polyphone Männergesang der traditionellen korsischen Volksmusik.
Dabei trägt die mittlere Stimme die Melodie; die zweite, tiefere bildet die Begleitung; die dritte, höchste singt die Koloratur. In dieser Tradition stehen u.a. die Gruppen I Muvrini und A Filetta.
Auf Korsika finden im Sommer zahlreiche Musikveranstaltungen statt. Besonders möchten wir auf die Festivals in
Patrimonio ( les nuits de la guitarre - Mitte Juli) und in St. Florent (Porto Latino - Anfanf August) hinweisen. In unserem Veranstaltungskalender finden Sie immer die genauen Daten.

KULINARISCHES

Korsika besitzt eine sehr reichhaltige und meist deftige Küche. Eine Spezialität sind die freilaufenden Schweine, die sich von Kastanien, Eicheln und Bucheckern ernähren und deren Fleisch dann über Kastanienholz geräuchert wird. Dazu gibt´s Kastanien- oder Myrtenbier.

 

Lonzu     In Pfeffer gerolltes Schweinefilet
Coppa geräucherter Schweinekamm
Figatellu     Leberwurst mit Kräutern
Brocciu topfenähnlicher Frischkäse aus Schafsmilch, erinnert an den italienischen Ricotta

WEINBAU AUF KORSIKA

Auf Korsika wird eine große Vielfalt an Weinen produziert: Rotwein, Rosé, Weißwein, still und schäumend, trocken und süß. Das Relief sowie unterschiedliche Böden sind für diese Vielfalt verantwortlich. Reben werden bis in einer Höhe von ca. 300 m kultiviert. Traditionell verwendet man die Rebsorten Cinsaut, Carignan, Grenache, Ugni Blanc und Syrah.

Inzwischen sind Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Viognier, Merlot sowie Pinot Noir hinzugekommen. Regionale Bedeutung haben die Sorten Niellucciu, Sciaccarellu und Vermentinu. In Korsika gibt es 8 Weinbaugebiete deren Weine das Prädikat AOC tragen dürfen.

TOURISMUS UND WIRTSCHAFT

Korsika ist trotz des idealen Naturpotentials touristisch bisher relativ wenig erschlossen. Von der korsischen Bevölkerung wird auch befürchtet, dass eine weitere Erschließung durch den Massentourismus die Eigenständigkeit der korsischen Kultur gefährden könnte. Nach korsischer Tradition ist der Strand überall allgemein zugänglich; es gibt kaum größere Hotelkomplexe (wie in Mallorca oder an der türkischen Küste) oder Hotels.


Besonders beliebt ist Korsika bei den Fahrrad- und Motorradfahrern, nicht zuletzt wegen der Kombination von Bergstraßen und Blick aufs Meer. Die Rennradfahrer schätzen an der Insel den Trainingseffekt der anspruchsvollen Passstraßen. Der umfangreiche Fernwanderweg GR 20 mit kürzeren Kletterpartien zieht zahlreiche Wanderer an.
Trotz der südlichen Lage kann im Winter ein Skibetrieb aufrecht erhalten werden. So befinden sich am Col de Vergio, sowie bei Haut Asco kleinere Skigebiete.


Eine echte Großindustrie gibt es auf Korsika so gut wie gar nicht. Das produzierende Gewerbe beschränkt sich im wesentlichen auf landwirtschaftliche Produkte, Bau- und Dienstleistungen. Die meisten auf der Insel hergestellten Produkte werden an Ort und Stelle an die Touristen verkauft, wie z.B.die heimischen Taschen-messer, die in handwerklicher Tradition produziert werden.

VERKEHR

Die Straßen in Korsika sind sehr unterschiedlich in ihrer Breite und Qualität. Im felsigen Gebiet der Westküste und im Gebirge findet man teilweise sehr enge Straßen in schlechtem Zustand, die nur von einem Auto befahren werden können. Teilweise ist eine Befahrung mit Wohnmobilen nicht möglich.

Ein wenig besser ist die Verkehrssituation an der flachen Ostküste. Zwischen den größeren Städten gibt es teilweise gut ausgebaute Straßen (routes nationales), auf denen leider ziemlich schnell gefahren wird, was durch eine hohe Unfallrate belegt wird. Wer sich jedoch auf der Straße nicht aus der Ruhe bringen lässt und die vorgeschriebene Tempolimite einhält, hat kaum etwas zu befürchten. Eine Regel empfiehlt sich aber unbedingt einzuhalten:

Nimm nie einem Korsen die Vorfahrt!